Zeichen der Wertschätzung – zu den Jackenaktionen von WestLotto „Wir brauchen mutige, frische Impulse, um das Ehrenamt zukunftsfähig zu machen. Wer könnte besser wissen, was junge Menschen motiviert, als sie selbst?“ Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt NRW Jahr (FSJ/FÖJ). Seit 1. September engagieren sich Iveen Sulaiman (Ehrenamt Agentur Essen), Robin Richter (young- caritas im Erzbistum Paderborn), Jana Schiffers (Landessport- bund NRW) und Yannic Dötsch (Schutzgemeinschaft Deutscher Wald) bei verschiedenen Trägern in NRW – und widmen sich ganz dem Thema Ehrenamt. Aus den vier Freiwilligendienstleistern soll eine wachsende Community entstehen, die die Zukunft des Ehrenamtes in NRW aktiv mitgestaltet. Rund 40 junge Engagierte aus allen Bereichen und verschiedensten Organisationen haben sich bereits zu einem ersten Netzwerktreffen versammelt. Auf ihrem eigens für die Initiative eröffneten Instagram-Kanal lassen die jungen Leute Community und Öffentlichkeit an ihren Fort- schritten teilhaben. Grundlage ihrer Arbeit ist eine eigene Umfrage, die das Stimmungs- bild der unter 30-Jährigen zum Ehrenamt in NRW erfasst. „Uns war von Anfang an klar, dass wir erst mal einen Überblick benötigen, was junge Menschen am Ehrenamt gut finden oder warum sie vielleicht nicht dabei sind“, sagt Jana Schiffers. Ganz gezielt werden mit der Umfrage auch einzelne Engage- mentbereiche angesprochen, beispielsweise junge Politikerin- nen und Politiker sowie Freiwillige aus dem Kulturbereich. Starker Schulterschluss Damit die Ideen und Konzepte der Freiwilligen und ihrer Community wirken und weiterentwickelt werden können, ermöglicht WestLotto im Anschluss an das erste Jahr vier weiteren jungen Menschen ein FSJ. Als Partner und Mit- gründer begleitet die Landestochter die Initiative zudem inhaltlich eng. Als Träger der Initiative bringt sich das von der Landesregierung geförderte Netzwerk bürgerschaftliches Engagement NRW (NBE NRW) ein. In dem Netzwerk haben sich 75 landesweit tätige Organisationen und Institutionen zusammengeschlossen, um das Ehrenamt zu fördern. Und von hier können die Handlungsempfehlungen der Initiative direkt in die Breite überführt werden. So wird die Initiative Junges Ehrenamt für NRW zu einem starken Schulterschluss von Unternehmen, Zivilgesellschaft und Politik. „Als Sprachrohr der Engagierten in NRW stärken wir bewusst junge Perspektiven, die Ehrenamt neu denken und Organisatio- nen fit für die Engagementwelt von morgen machen.“ Silke Eilers, Sprecherteam des NBE NRW Das sagen die Zahlen 83 Prozent der 18- bis 29-Jährigen, die sich heute nicht engagieren, können sich ein Ehrenamt grundsätzlich vorstellen – und sie werden dringend gebraucht. Denn dem Ehrenamt in NRW droht eine Millionenlücke: Wie eine Sonderauswertung des EhrenamtAtlas zeigt, liegt die Ehrenamt-Quote bei den jungen Menschen in NRW zwischen 18 und 29 Jahren mit 58 Prozent zwar höher als in allen anderen Altersklassen. Das Problem: Mit 1,5 Millionen Engagierten sind die jungen Menschen zahlenmäßig zugleich die kleinste Gruppe von allen. Ihnen gegenüber stehen fast doppelt so viele Engagierte über 60 Jahre (2,8 Millionen). Wenn sich die Älteren irgendwann zurückziehen, fehlen rechnerisch damit schon jetzt 1,3 Millionen Ehrenamtliche. zwanzig25 » Das WestLotto-Magazin FÜR DIE MENSCHEN 25